Gewinner und Verlierer der Erbschaftsteuerreformen

Nach den Erbschaftsteuerreformen 2009 und 2016 erfolgt eine Bewertung aller Vermögensarten, also auch von Grundbesitz, grundsätzlich nach dem Verkehrswert.
Für Grundstücke des Privatvermögens, die zu Wohnzwecken vermietet werden, findet ein Abschlag vom Verkehrswert von 10 Prozent statt.
Eindeutige Gewinner der Reformen sind nahe Verwandte des Erblassers. Für diese gelten die persönlichen Freibeträge
für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner auf 500.000 €; für Kinder auf 400.000 € und für Enkelkinder auf 200.000 €.

Eindeutige Verlierer
der Reformen sind entfernte Verwandte und nicht verwandte Personen.
Die Freibeträge für Geschwister, Nichten und Neffen wurden zwar von 10.300 € auf 20.000 € fast verdoppelt. Die Steuerbelastung steigt für diese Personen aber auf 15 bis 43 Prozent, so dass hier mit ganz erheblich höheren Schenkungs- und Erbschaftsteuern zu rechnen ist.

Auswege zur Vermeidung bzw. Verringerung der künftigen Steuerbelastungen sind:

  • Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt
  • Übertragung des Familienwohnheims an Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner
  • Adoption
  • bei höheren Vermögen die Errichtung einer Familiengesellschaft (sog. Familienpool).